Der Entscheid: Nördlich Lägern!

Am Montag, 12. September 2022 war es nun endlich soweit: Der lange erwartete Standortvorschlag der Nagra wurde offiziell kommuniziert. Nördlich Lägern hat sich als am geeignetsten heraus kristallisiert. Aber wieso genau Nördlich Lägern? Was war das Zünglein an der Waage?

Der Entscheid: Nördlich Lägern!

Was gab den Auschlag?

Die Maxime im Jahrhundertprojekt Geologisches Tiefenlager war von Beginn weg glasklar: Sicherheit. Die offene Frage in der 3. Etappe des Sachplanes war: Gibt es Unterschiede in der Geologie der drei Standorte?

Qualität, Stabilität und Flexibilität gaben den Ausschlag für Nördlich Lägern – so fassen die Verantwortlichen die Befunde zusammen. Die Geologie hat entschieden.

Der Opalinuston erweist sich in allen Standorten als geeignetes Wirtsgestein. In Nördlich Lägern zeigt er sich als dichter, älter und ungestörter als in den anderen Standorten. Im 175 Millionen Jahre alten Gestein wurden winzige Spuren von Wasser gefunden. Dieses Porenwasser ist seit 2,5 Millionen Jahren im Opalinuston im Zürcher Unterland eingeschlossen. Ein Austausch zwischen den wasserführenden Schichten oberhalb unter unterhalb des Opalinuston hat seither nicht mehr stattgefunden. In der Tiefe von 900 Metern ist viel Platz vorhanden, um das Tiefenlager optimal auslegen zu können.

Wie Maurus Alig, Geologe und Gesamtprojektleiter der Nagra erklärt: «Mit dem Vorschlag Nördlich Lägern, nimmt man die bautechnischen Herausforderungen in grösserer Tiefe, welche in Etappe 2 allerdings zu vorsichtig eingeschätzt wurden, zu Gunsten grösserer Sicherheitsmargen bei der Langzeitsicherheit in Kauf».

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Mitte September dieses Jahres ist es endlich so weit: der Standortentscheid der Nagra für das geologische Tiefenlager wird offiziell bekannt gegeben. Wie die Unterland Zeitung vom Freitag, 26. August 2022 zu Recht schreibt: Es handelt sich um einen Meilenstein in einer Geschichte, die vor 50 Jahren begonnen hat. Was das genau für die erlesene Region dann bedeuten würde, wurde im Vorfeld im Neuwishuus Stadel am 24. August 2022 intensiv diskutiert.
Standort Tiefenlager: Feine Unterschiede werden den Ausschlag geben

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Mit neun Bohrungen in den letzten drei Jahren sammelte die Nagra Unmengen an wissenschaftlichen Daten im Hinblick auf die Ermittlung des sichersten Standortes für ein geologisches Tiefenlager. Total wurden 10'000 Meter Gestein erbohrt, über 6'000 Meter Bohrkerne an die Oberfläche geholt und 4'000 Gesteinsproben im Labor untersucht. Ausserdem wurde der Untergrund mit einer Art Ultraschall – sogenannte 3D Seismik durchleuchtet. Fazit?